Baustoff-Lexikon: Eine gesunde Baustoffauswahl hat einen direkten Einfluss auf die Wohngesundheit.

Baustoff-Lexikon

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Baustoff-Lexikon: Die Wahl der richtigen Baustoffe ist die Grundlage für ein gesundes Zuhause, ein angenehmes Raumklima und eine nachhaltige Zukunft. Doch nicht jedes Material, das im Baumarkt angeboten wird, ist wirklich wohngesund oder umweltfreundlich. Viele konventionelle Baustoffe enthalten Schadstoffe wie Formaldehyd, Weichmacher oder flüchtige organische Verbindungen (VOC), die über Jahre hinweg die Raumluft belasten und Allergien, Atemwegsbeschwerden oder sogar langfristige Gesundheitsrisiken auslösen können. Gleichzeitig entscheiden die verwendeten Materialien maßgeblich über Energieeffizienz, Feuchtigkeitsregulation und Schallschutz – Faktoren, die dein Wohlbefinden täglich beeinflussen.

In diesem Baustoff-Lexikon bekommst du fundierte, unabhängige Informationen zu den wichtigsten Materialien für Wände, Böden, Dämmungen, Farben und Wandaufbauten aus der Sicht der Baubiologie. Ob du baust, sanierst oder einfach nur gesünder wohnen möchtest: Hier erfährst du, welche Baustoffe wirklich empfehlenswert sind, worauf du bei der Auswahl achten solltest und welche natürlichen Alternativen es zu synthetischen Produkten gibt. Von Massivholz über Lehm und Kalk bis hin zu ökologischen Dämmstoffen stelle ich dir Materialien vor, die nicht nur funktional und ästhetisch überzeugen, sondern auch deine Gesundheit und die Umwelt schonen. Mit diesem Wissen triffst du informierte Entscheidungen für ein Zuhause, das Sicherheit, Nachhaltigkeit und Wohngesundheit vereint.

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Baustoff-Lexikon

Bodenbeläge

Böden prägen nicht nur das optische Erscheinungsbild eines Raumes, sondern beeinflussen maßgeblich die Wohngesundheit und das Raumklima. Sie stehen in direktem Kontakt mit den Bewohnern und können durch Emissionen von Schadstoffen wie flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), Weichmachern oder Formaldehyd die Luftqualität belasten. Besonders in Wohnbereichen, Kindergärten oder Gesundheitsseinrichtungen ist die Wahl schadstoffarmer, natürlicher Materialien wie Lehm, Kork oder Holz entscheidend, um Allergien, Atemwegsbeschwerden und langfristige Gesundheitsrisiken zu vermeiden.

Designböden, Vinylböden, Bioböden

Designböden liegen voll im Trend und überzeugen durch ihre optische Vielfalt, einfache Verlegung und pflegeleichte Oberfläche, aber Designboden bringe einige Probleme mit sich. Viele Vinyl- oder Kunststoffböden enthalten Weichmacher, flüchtige organische Verbindungen (VOC) oder andere Schadstoffe, die über die Raumluft in deinen Körper gelangen und langfristig die Gesundheit belasten können. Besonders in Wohnbereichen, Kinderzimmern oder Schlafzimmern solltest du auf schadstoffarme Alternativen achten, die ohne bedenkliche Inhaltsstoffe auskommen.

Fugenloser Boden

Fugenloser Boden Fugenlose Böden

Fugenlose Böden sind nahtlose, flüssig aufgetragene Bodenbeläge, die aus Kunstharzen wie Epoxidharz oder Polyurethan (PU) oder mineralischen Bindemitteln bestehen. Sie bieten eine glatte, pflegeleichte Oberfläche und werden besonders in modernen Wohnräumen und Bädern wegen ihrer hygienischen Eigenschaften und Designflexibilität geschätzt. Allerdings bergen viele Varianten gesundheitliche Risiken, da sie Isocyanate, Weichmacher oder flüchtige organische Verbindungen (VOCs) enthalten können, die Atemwegsreizungen, Allergien oder hormonelle Störungen auslösen. Ökologisch bedenklich sind zudem die nicht recycelbare Zusammensetzung und giftigen Brandgase (z. B. Blausäure bei PU). Für ein wohngesundes Zuhause empfehlen sich Alternativen wie Clay-Casein-Böden, Mikrozement mit natürlicher Versiegelung oder Terrazzo mit mineralischem Bindemittel, die schadstoffarm sind.

Wandfarben

Wandfarben sind mehr als nur ein gestalterisches Element: Sie bestimmen maßgeblich die Raumluftqualität und damit die Wohngesundheit. Konventionelle Farben enthalten oft Lösemittel, Konservierungsstoffe und Weichmacher, die über Jahre hinweg Schadstoffe an die Raumluft abgeben und Allergien oder Atemwegsreizungen auslösen können. Natürliche Alternativen wie Lehmfarben, Kalkfarben oder pflanzenbasierte Dispersionsfarben bieten eine schadstoffarme, diffusionsoffene und regulierende Lösung, die besonders für Allergiker, Kinder und gesundheitsbewusste Bauherren geeignet sind. Eine fachkundige Auswahl und Verarbeitung ist entscheidend, um langfristig ein gesundes Wohnumfeld zu schaffen.

Holzwerkstoffe

Holz

Holz ist ein natürlicher, nachwachsender Baustoff, der seit Jahrtausenden für Möbel, Böden, Wände und konstruktive Elemente verwendet wird. Als CO₂-Speicher trägt es aktiv zum Klimaschutz bei und überzeugt durch gute Wärmedämmeigenschaften, eine regulierende Wirkung auf die Luftfeuchtigkeit sowie ein angenehmes Raumklima. Allerdings sind nicht alle Holzprodukte gleichwertig in Sachen Wohngesundheit und Nachhaltigkeit.

Massivholz (z. B. Eiche, Buche, Kiefer) ist schadstoffarm und diffusionsoffen, sofern es unbehandelt oder mit natürlichen Ölen/Wachsen versiegelt wird. Holzwerkstoffe wie Spanplatten, OSB oder MDF enthalten dagegen oft Kunstharzleime (Formaldehyd, Isocyanate), die Schadstoffe an die Raumluft abgeben können. Besonders kritisch sind formaldehydhaltige Kleber, die Atemwegsreizungen, Allergien und sogar Krebs begünstigen.

Holzwerkstoffe sind weitverbreitete Materialien im Innenausbau, die je nach Herstellung und Zusammensetzung das Raumklima und die Wohngesundheit beeinflussen. Sie können Schadstoffe wie Formaldehyd oder flüchtige organische Verbindungen abgeben, die zu Reizungen der Atemwege oder Allergien führen. Natürliche Holzwerkstoffe wie Massivholz oder schadstoffgeprüfte Platten aus nachwachsenden Rohstoffen tragen dagegen zu einem gesunden Wohnumfeld bei und sind besonders für empfindliche Personen geeignet. Eine fundierte Auswahl ist entscheidend, um langfristig ein wohngesundes und ökologisches Zuhause zu schaffen.

Wandaufbauten

Wandaufbauten bilden das Grundgerüst eines gesunden Raumklimas und beeinflussen maßgeblich die Wohngesundheit, die Energieeffizienz und den Schallschutz eines Gebäudes. Konventionelle Wandkonstruktionen mit synthetischen Dämmstoffen oder chemischen Bauplatten können Schadstoffe wie flüchtige organische Verbindungen (VOC) oder Formaldehyd an die Raumluft abgeben und so die Gesundheit belasten. Natürliche Alternativen wie Lehmputze, Kalksteine oder Holzfaserdämmungen regulieren dagegen die Luftfeuchtigkeit, speichern Wärme und schaffen ein angenehmes, schadstoffarmes Wohnklima. Eine baubiologische Planung berücksichtigt diese Aspekte und setzt auf diffusionsoffene, ökologische Materialien, die sowohl die Umwelt als auch die Bewohner schonen.

Lehm

Lehm ist ein sehr ökologischer Baustoff.

Lehm ist einer der ältesten und gesündesten Baustoffe der Welt, der durch seine natürliche Diffusionsoffenheit, Schadstofffreiheit und regulierende Wirkung auf das Raumklima überzeugt. Als 100 Prozent mineralisches Material aus Ton, Sand und Schluff bindet Lehm Schadstoffe aus der Luft, reguliert die Luftfeuchtigkeit und schafft so ein angenehmes, allergikerfreundliches Wohnumfeld. Besonders in Innenräumen wird Lehm für Wandputze, Stampflehmböden, Lehmfarben oder Lehmsteine eingesetzt, da er keine flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) abgibt und pilzhemmend wirkt.

Ein weiterer Vorteil ist die einfache Verarbeitbarkeit. Lehm kann ohne chemische Zusätze verarbeitet werden und ist vollständig recycelbar. Als Baustoff für fugenlose Böden (z. B. Lehmestrich) oder Wandbeschichtungen bietet er eine natürliche Alternative zu Kunstharzen, die oft Isocyanate oder Weichmacher enthalten. Lehm ist besonders geeignet für Allergiker, Kinderzimmer und nachhaltige Neubauten, da er keine gesundheitlichen Risiken birgt und sogar aktiv zur Raumluftverbesserung beiträgt. Durch seine gute Wärmespeicherfähigkeit trägt er zudem zu einem ausgeglichenen Innenraumklima bei.

Dämmungen

Dämmungen sind entscheidend für den Energiehaushalt und das Wohnklima eines Gebäudes, doch nicht alle Dämmstoffe sind gleichwertig in Sachen Gesundheit und Umweltverträglichkeit. Synthetische Dämmmaterialien wie Polystyrol oder Polyurethan können Schadstoffe freisetzen, die die Raumluft belasten und im Brandfall giftige Gase entwickeln. Natürliche Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wie Hanf, Flachs, Zellulose oder Holzfasern bieten dagegen eine atmungsaktive, schadstoffarme und recycelbare Lösung. Sie tragen nicht nur zu einem gesunden Innenraumklima bei, sondern unterstützen auch einen nachhaltigen und ressourcenschonenden Bauansatz.

Putze

Putze übernehmen im Innen- und Außenbereich zentrale Funktionen: Sie schützen die Bausubstanz, regulieren die Luftfeuchtigkeit und prägen das Raumklima. Konventionelle Putze auf Basis von Kunstharzen oder Zement können jedoch Schadstoffe enthalten, die die Raumluft belasten und das Wohlbefinden beeinträchtigen. Natürliche Alternativen wie Lehmputze, Kalkputze oder Silikatputze sind diffusionsoffene, schadstoffarme Materialien, die Feuchtigkeit ausgleichen, Schimmelbildung vorbeugen und ein gesundes Wohnumfeld fördern. Besonders in Wohnräumen und Allergikerhaushalten sind diese mineralischen Putze eine empfehlenswerte Wahl für ein wohngesundes und nachhaltiges Bauen.

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