Schadstoffe in Manching

Schadstoffe in Manching: Welche Schadstoffe kommen in Manching vor?

Schadstoffe sind in Manching nicht nur ein Innenraumthema. Der Markt liegt sieben Kilometer südöstlich von Ingolstadt in der flachen Donau-Paar-Niederung, und genau hier kommen mehrere Belastungen zusammen, die es so nicht überall gibt: eine großflächige PFAS-Verunreinigung des Grundwassers am Flugplatz, der militärische und zivile Flugbetrieb mit Airbus Defence and Space sowie zwei stark befahrene Verkehrsachsen mit der A9 und der B16. Dazu kommen die üblichen Wohngifte aus Bauprodukten, Möbeln und Bodenbelägen sowie Feuchte- und Schimmelprobleme. Dieser Artikel ordnet ein, welche Belastungen in Manching real sind und welche eher überschätzt werden.

Warum Schadstoffe in Manching ein Thema sind

Manching wächst. Mit rund 13.000 Einwohnern, Neubaugebieten, dem Airbus-Standort und der Nähe zum Wirtschaftsraum Ingolstadt entsteht laufend neuer Wohnraum, und es wird viel saniert. Beides bringt typische Innenraumbelastungen mit sich, denn neue Baustoffe und Möbel emittieren in der Anfangsphase besonders stark, und alte Häuser enthalten oft problematische Materialien.

Hinzu kommt die Lage. Manching liegt flach in der Niederung von Paar und Donau, auf etwa 366 Metern Höhe. In windarmen Wetterlagen und bei Hochnebel, der im Donautal im Herbst und Winter häufig ist, ziehen Luftschadstoffe aus Verkehr, Heizungen und Industrie schlechter ab und reichern sich in Bodennähe an. Das ist dieselbe ungünstige Konstellation wie in Ingolstadt, nur dass in Manching zusätzlich der Flugplatz und die PFAS-Altlast dazukommen.

Anders als bei vielen reinen Innenraumthemen ist in Manching ein erheblicher Teil der Belastung also ortsspezifisch und gut dokumentiert. Das macht eine ehrliche Einordnung wichtiger als pauschale Warnungen.

PFAS am Flugplatz Manching: die größte Altlast

Die mit Abstand bedeutendste Umweltbelastung in Manching ist die Verunreinigung des Grundwassers mit per- und polyfluorierten Chemikalien, abgekürzt PFAS oder PFC. Nördlich und nordöstlich des Flugplatzes, vor allem in den Ortsteilen Lindach und Westenhausen, liegen großflächige Grundwasserverunreinigungen vor. Ursache sind PFAS-haltige Löschschäume, die in der Vergangenheit auf dem Militärgelände bei Bränden und Übungen eingesetzt wurden. PFAS sind extrem langlebig, reichern sich in Boden, Wasser und Organismen an und stehen mit verschiedenen gesundheitlichen Risiken in Verbindung.

Die Behörden reagieren auf diese Belastung mit konkreten Auflagen, was zeigt, dass das Problem nicht theoretisch ist:

  • Das Landratsamt Pfaffenhofen hat per Allgemeinverfügung die erlaubnisfreie Nutzung von Grund- und Oberflächenwasser zur Bewässerung untersagt. Diese Untersagung gilt nach Angaben der betroffenen Anwohner vom 14. Mai 2018 bis 30. April 2032, also über einen langen Zeitraum.
  • Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit empfiehlt, auf den Verzehr von Fischen aus Gewässern im Abstrom des Flugplatzes zu verzichten.
  • Seit Frühjahr 2025 läuft entlang der nördlichen Start- und Landebahn eine Grundwasserreinigungsanlage im Regelbetrieb. Über eine sogenannte Abstromsicherung mit mehreren Brunnen auf rund 1.700 Metern Länge soll verhindert werden, dass belastetes Grundwasser das Gelände verlässt.

Für die Wohngesundheit ist vor allem relevant, wer einen eigenen Brunnen nutzt oder genutzt hat. Wer im betroffenen Gebiet wohnt und Grundwasser für Garten, Bewässerung oder gar zum Trinken verwendet, sollte die behördlichen Hinweise ernst nehmen und im Zweifel das Wasser untersuchen lassen. Das öffentliche Trinkwasser stammt nicht aus dem belasteten Bereich, dennoch ist Klarheit über die eigene Situation sinnvoll, gerade in Haushalten mit Kindern.

Kritisch anzumerken ist, dass die Sanierung Jahrzehnte dauern wird und die Abstromsicherung nur einen Teil des Problems adressiert. PFAS verschwinden nicht von selbst. Für Betroffene heißt das: Information und Vorsicht bleiben über Jahre relevant, nicht nur kurzfristig.

Belastungen durch Verkehr: A9 und B16

Manching ist verkehrlich stark belastet. Direkt am Ort liegt die Anschlussstelle Manching der A9, der Hauptachse zwischen München und Nürnberg. Der Dauerverkehr erzeugt nicht nur ein konstantes Grundrauschen aus Reifen-, Motor- und Fahrbahngeräuschen, sondern auch Abgase, Feinstaub, Reifen- und Bremsabrieb. Diese Stoffe gelangen über geöffnete Fenster direkt in nahe gelegene Wohnungen, besonders bei den in der Niederung typischen Inversions- und Hochnebellagen, wenn die Luft kaum abzieht.

Hinzu kommt die B16, die Manching durchschneidet und morgens wie abends regelmäßig überlastet ist. Ein wesentlicher Teil dieses Verkehrs ist Berufs- und Werksverkehr in Richtung Audi und zum Airbus-Werk am Flugplatz. Der geplante vierspurige Ausbau der B16 zwischen A9 und Neuburg ist umstritten. Mehrere Bürgerinitiativen warnen vor steigendem Verkehr und damit vor höherer Lärm- und Schadstoffbelastung für die Anwohner. Dass entlang der B16 inzwischen Lärmschutzwände errichtet werden, ist ein Hinweis darauf, wie ernst die Belastung dort ist.

Für die Innenraumluft bedeutet das: Wer nahe an A9 oder B16 wohnt, holt sich beim Lüften zu Stoßzeiten und bei ungünstigem Wetter messbar belastete Außenluft ins Haus. Lüftungszeitpunkt, Fensterausrichtung und gegebenenfalls eine kontrollierte Lüftung mit Filter sind hier keine Nebensächlichkeiten.

Belastungen durch den Flugplatz

Der Flugplatz Manching, offiziell Fliegerhorst Ingolstadt/Manching, ist verteidigungstechnisch bedeutend und beherbergt das Flugerprobungszentrum von Airbus Defence and Space sowie die Wehrtechnische Dienststelle WTD 61. Geflogen wird ein breites Spektrum, von Eurofighter und Tornado über den Transporter A400M bis zu Hubschraubern und zunehmend Drohnen.

Die spürbarste Belastung für Anwohner ist hier der Lärm. Für den Flugplatz besteht ein gesetzlicher Lärmschutzbereich mit Tag-Schutzzonen und einer Nacht-Schutzzone, festgelegt über die Fluglärmschutzverordnung. Besonders Hubschrauberflüge sowie sogenannte Touch-and-go-Übungen führen regelmäßig zu Beschwerden in den angrenzenden Gemeinden. Dauerhafter Lärm ist baubiologisch kein reines Komfortthema, denn er belastet Schlaf, Stresslevel und langfristig die Gesundheit.

Zur Schadstoffseite des Flugbetriebs, also Abgasen und Feinstaub aus Triebwerken, gibt es deutlich weniger belastbare lokale Daten als zu PFAS und Verkehr. Ehrlich ist daher: Der Flugplatz ist vor allem über Lärm und über die historische PFAS-Verursachung relevant. Eine darüber hinausgehende, breite Luftschadstoffbelastung speziell durch den Flugbetrieb lässt sich mit den öffentlich verfügbaren Daten nicht seriös behaupten.

Typische Schadstoffe in Manchinger Gebäuden

Unabhängig von Flugplatz und Verkehr gelten in Manching dieselben Innenraumschadstoffe wie überall im Großraum Ingolstadt. Diese Stoffe sind besonders relevant:

VOC (flüchtige organische Verbindungen)

VOC stammen aus Farben, Lacken, Klebern, Möbeln, Bodenbelägen und Reinigungsmitteln. Sie können Kopfschmerzen, Müdigkeit und Reizungen auslösen. In Manchings Neubaugebieten ist das Risiko erhöht, weil Familien oft früh einziehen, also genau dann, wenn die Emissionen am höchsten sind.

Formaldehyd

Formaldehyd findet sich in Holzwerkstoffen, Spanplatten, Laminat, Küchen und Möbeln. Ältere Fertighäuser sind klassisch betroffen, aber auch günstig ausgeführte Neubauten mit vielen Holzwerkstoffen können erhöhte Werte aufweisen.

Weichmacher

Weichmacher stecken in PVC-Böden, Kunststoffen, Dichtstoffen, Kabeln und vielen Alltagsprodukten. Vor allem alte PVC-Beläge aus den 70er und 80er Jahren geben mit der Zeit verstärkt Phthalate ab. In Haushalten mit kleinen Kindern, in Manching keine Seltenheit, kommen Weichmacher aus Spielzeug und Kunststoffen hinzu.

Schimmel und Feuchte

Die flache Niederungslage an Paar und Donau begünstigt hohe Grundwasserstände und feuchte Keller. In Verbindung mit Wärmebrücken, dichter Bauweise und falschem Lüften entstehen Schimmel- und Feuchteprobleme, die oft erst spät auffallen.

PAK und Asbest in Altbauten

In Häusern aus den 1950er bis 1980er Jahren finden sich noch PAK-haltige Teerpappen, alte Kleber und asbesthaltige Produkte. Bei Renovierungen werden diese Stoffe unbemerkt freigesetzt, wenn vorher nicht untersucht wird.

Weitere Faktoren: Radon und Industrie

Beim Thema Radon ist eine nüchterne Einordnung angebracht. Manching liegt im Landkreis Pfaffenhofen und gehört nach den Festlegungen des Freistaats Bayern nicht zu den ausgewiesenen Radon-Vorsorgegebieten, die vor allem in Ostbayern liegen. Das heißt nicht, dass Radon ausgeschlossen ist, denn die Konzentration kann von Gebäude zu Gebäude stark schwanken und hängt von Untergrund, Bauweise und Abdichtung der Bodenplatte ab. Es heißt aber, dass Radon in Manching nicht das Leitthema ist, wie es in manchen Regionen der Fall ist. Eine Messung im Einzelfall bleibt sinnvoll, eine pauschale Alarmstimmung ist nicht gerechtfertigt.

Industrieemissionen spielen eine nachgeordnete Rolle. Größere Anlagen wie die Bayernoil-Raffinerie liegen mehrere Kilometer entfernt im Raum Vohburg und Neustadt an der Donau. Je nach Windrichtung und Wetterlage können Emissionen weiter transportiert werden, der dominierende Faktor für Manchings Außenluft bleibt jedoch der Verkehr.

Schadstoffuntersuchungen in Manching

Die Kombination aus dokumentierter PFAS-Altlast, hoher Verkehrsbelastung, Flugbetrieb, wachsendem Neubaubestand und Sanierungsbedarf im Altbau führt dazu, dass Innenräume in Manching oft stärker belastet sind, als viele annehmen. Das Problem: Die meisten dieser Schadstoffe sind unsichtbar und geruchlos. Sie wirken trotzdem jeden Tag auf den Körper ein.

Eine baubiologische Untersuchung schafft hier Klarheit, statt zu raten. Sie zeigt konkrete Belastungsquellen, macht Unsichtbares messbar und liefert die Grundlage für sinnvolle Maßnahmen, statt für teure Schnellschüsse. Folgende Untersuchungen biete ich im Großraum Ingolstadt und damit auch in Manching an:

Wie ich dir bei Schadstoffen in Manching helfe

Ich bin Ester Karl, Bauingenieurin und vom IBN zertifizierte Baubiologin und Messtechnikerin für Schimmel und Schadstoffe in Innenräumen. In Manching und im gesamten Großraum Ingolstadt untersuche ich, was in deinen Räumen wirklich los ist, statt dir pauschale Sorgen oder unnötige Maßnahmen zu verkaufen. Wenn du in der Nähe des Flugplatzes wohnst und einen Brunnen nutzt, ordne ich mit dir die PFAS-Situation ein. Wenn du an A9 oder B16 lebst, prüfe ich Innenraumluft, Lüftungsverhalten und sinnvolle Schutzmaßnahmen. Und wenn du neu baust, sanierst oder Schimmel vermutest, messe ich gezielt die relevanten Schadstoffe und zeige dir, welche Schritte wirklich etwas bringen. Du bekommst eine klare, ehrliche Einschätzung und eine belastbare Grundlage für Entscheidungen. Melde dich gerne bei mir.

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Häufige Fragen zu Schadstoffen in Manching (FAQ)

Lokal heraus stechen die PFAS-Verunreinigung des Grundwassers am Flugplatz sowie Verkehrsemissionen an A9 und B16. In Gebäuden kommen die üblichen Wohngifte dazu, vor allem VOC, Formaldehyd, Weichmacher sowie Schimmel und Feuchte, in Altbauten auch PAK und Asbest.

Sie ist real und behördlich dokumentiert. Nördlich und nordöstlich des Flugplatzes, besonders in Lindach und Westenhausen, ist das Grundwasser großflächig mit PFAS belastet. Es gilt eine Untersagung der Bewässerung mit Grund- und Oberflächenwasser sowie eine Empfehlung, Fische aus den betroffenen Gewässern nicht zu verzehren. Wer im Gebiet einen Brunnen nutzt, sollte besonders vorsichtig sein.

Das öffentliche Trinkwasser stammt nicht aus dem belasteten Bereich. Betroffen sind vor allem private Brunnen sowie Grund- und Oberflächenwasser im Abstrom des Flugplatzes. Bei eigener Brunnennutzung ist eine Untersuchung sinnvoll.

Mit der A9 direkt am Ort und der überlasteten B16 ist die Verkehrsbelastung hoch. Abgase, Feinstaub, Reifen- und Bremsabrieb gelangen über geöffnete Fenster in Wohnungen, besonders bei Hochnebel und windarmen Wetterlagen, wenn die Luft schlecht abzieht.

Ja. Für den Flugplatz besteht ein gesetzlicher Lärmschutzbereich. Hubschrauberflüge und Übungsflüge führen regelmäßig zu Beschwerden. Dauerlärm belastet Schlaf und Stresslevel und ist damit baubiologisch relevant.

Manching gehört nicht zu den ausgewiesenen Radon-Vorsorgegebieten Bayerns. Radon ist hier also nicht das Leitthema. Da die Werte von Haus zu Haus schwanken, kann eine Messung im Einzelfall trotzdem sinnvoll sein.

Nein. Gerade in den ersten Monaten nach Neubau oder Sanierung sind die VOC- und Formaldehydwerte am höchsten. Günstige Bauweisen mit vielen Kunststoff- und Holzwerkstoffen erhöhen das Risiko zusätzlich.

Sicherheit gibt nur eine baubiologische Messung, die Belastungsquellen sichtbar macht und konkrete Schritte aufzeigt. Ich führe im Großraum Ingolstadt und in Manching Untersuchungen zu Wohngiften und Schadstoffen, zu Schimmel und Allergenen sowie zum Raumklima durch.

Dipl. Ing. Ester Karl
Dipl. Ing. Ester Karl

Bauingenieurin, Baubiologin (IBN), baubiologische Messtechnikerin (IBN) für Schimmel und Schadstoffe in Innenräumen

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