
SchadstoffLexikon
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Schadstoffe im Haus erkennen und verstehen
Ob Asbest, Formaldehyd, PCB oder Schimmel: In vielen Bestandsgebäuden schlummern Schadstoffe, die der Gesundheit schaden können, oft jahrelang unbemerkt. In diesem Schadstofflexikon findest du die wichtigsten Wohngifte und Schadstoffe im Haus im Überblick. Zu jedem Stoff erfährst du kurz und verständlich, was er ist, wo er im Gebäude vorkommt, warum er gefährlich ist und wie er heute reguliert oder verboten ist.
Das Lexikon richtet sich an Bauherr:innen, Baufamilien und alle, die ihr Zuhause gesünder machen wollen. Gerade vor einer Sanierung lohnt sich der Blick, denn wer weiß, welche Altlasten in Wänden, Böden und Dämmung stecken können, plant gezielter und vermeidet teure Überraschungen.
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Schadstoffleitfaden

Leitfaden: Schadstoffe in Bestandsgebäuden
Viele Schadstoffe fallen erst auf, wenn schon gebohrt und abgerissen wurde. Dann wird es teuer. Mein Leitfaden „Schadstoffe in Bestandsgebäuden“ zeigt dir, welche Altlasten in deinem Haus stecken können, wie du sie schon vor der Sanierung erkennst und wie du gezielt planst, statt später teuer nachzubessern. 148 Seiten aus baubiologischer Sicht, sofort als PDF.
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Asbest
Asbest
Asbest ist ein natürlich vorkommendes, faserförmiges Silikatmineral, das wegen seiner Hitzebeständigkeit bis in die 1990er Jahre in Baustoffen verbaut wurde. Man findet es unter anderem in Asbestzement, Dachplatten, Bodenbelägen, Klebern, Putzen und Spritzasbest. Eingeatmete Fasern können Lungenkrebs, Asbestose und Mesotheliom auslösen, eine sichere Belastungsschwelle gibt es nicht. In Deutschland ist Asbest seit 1993 verboten, EU-weit seit 2005. In vielen Bestandsgebäuden ist er trotzdem noch in großen Mengen vorhanden.

Biozide
Biozide
Biozide sind chemische Stoffe gegen Bakterien, Pilze, Algen, Insekten und andere Organismen, dazu zählen auch Pestizide, Fungizide und Insektizide. Im Bau stecken sie vor allem in Holzschutzmitteln und Konservierungsstoffen. Je nach Wirkstoff können sie krebserregend, erbgutschädigend, hormonell wirksam oder nervenschädigend sein. Seit 2003 dürfen nur noch zugelassene Biozide verwendet werden. Aus baubiologischer Sicht sollte man möglichst ganz auf sie verzichten.

Bisphenol A
Bisphenol A (BPA)
Bisphenol A ist ein Ausgangsstoff für Polycarbonate und Epoxidharze und wird seit den 1960er Jahren verwendet. Im Gebäude steckt es in Epoxidharzböden, Beschichtungen, Klebstoffen und manchen Kunststoffen. Als hormonell wirksame Substanz kann es Fortpflanzung, Stoffwechsel und die kindliche Entwicklung beeinflussen und ist als besonders besorgniserregend (SVHC) eingestuft. BPA ist unter anderem seit 2011 in Babyflaschen und seit 2025 in Lebensmittelkontaktmaterialien verboten. Für Bauprodukte gibt es bislang keine verbindlichen Grenzwerte.

Chloranisole
Chloranisole
Chloranisole entstehen, wenn Mikroorganismen chlorierte Phenole aus alten Holzschutz- und Desinfektionsmitteln abbauen. Typisch ist ihr muffig-schimmeliger Geruch, bekannt auch als Korkgeschmack bei Wein und als typischer Geruch älterer Fertighäuser. Sie selbst gelten als gesundheitlich unbedenklich und verursachen vor allem eine Geruchsbelästigung. Wichtig sind sie als Warnsignal, denn ihr Auftreten deutet auf verbaute Holzschutzmittel wie PCP oder Lindan hin. Ein solcher Geruch sollte deshalb immer Anlass für eine Untersuchung der eigentlichen Quelle sein.

Chlorierte Kohlenwasserstoffe
Chlorierte Kohlenwasserstoffe
Das sind organische Verbindungen, bei denen Wasserstoff durch Chlor ersetzt wurde, zum Beispiel Trichlorethylen, Perchlorethylen und PCB. Sie kommen in Klebstoffen, Farben, Lacken, Lösungsmitteln und alten elektrischen Bauteilen vor. Viele sind krebserregend, schädigen Leber, Nieren und Nervensystem und reichern sich im Körper an. Wegen ihrer Langlebigkeit wurden etliche weltweit verboten oder stark eingeschränkt. Sie gelten als besonders kritisch und sollten in Innenräumen ganz vermieden werden.

Dioxine & Furane
Dioxine & Furane
Dioxine sind hochgiftige Nebenprodukte industrieller und thermischer Prozesse und zählen zu den persistenten organischen Schadstoffen (POP). Im Gebäude treten sie vor allem als Verunreinigung in Teerprodukten, in PCP-haltigen Holzschutzmitteln und nach Bränden mit chlorhaltigen Baustoffen auf. Schon geringe Mengen können Krebs auslösen, das Immunsystem schwächen und das Hormonsystem stören. Sie werden nicht gezielt hergestellt und sollten in Innenräumen nicht nachweisbar sein. Eine sichere Expositionsschwelle gibt es nicht.
Furane sind eng mit Dioxinen verwandt und entstehen gemeinsam mit ihnen bei der Verbrennung chlorhaltiger organischer Stoffe. Im Gebäude treten sie als Verunreinigung in Teerprodukten und PCP-haltigen Holzschutzmitteln sowie nach Bränden auf. Sie sind fettlöslich, reichern sich im Körper an und gelten als wahrscheinlich krebserregend und hormonell wirksam. Wie Dioxine werden sie nicht gezielt hergestellt und sollten in Innenräumen nicht nachweisbar sein. Nachgewiesen werden sie meist gemeinsam mit Dioxinen.

Flammschutzmittel
Flammschutzmittel
Flammschutzmittel werden Kunststoffen, Dämmstoffen, Textilien und Elektrogeräten zugesetzt, um sie schwerer entflammbar zu machen. Besonders kritisch sind halogenierte Varianten wie PBDE und HBCD, die sich im Körper anreichern und im Brandfall zusätzlich Dioxine und Furane bilden können. Je nach Stoff wirken sie hormonell, nervenschädigend oder krebserregend. Einige sind bereits verboten (PBDE, HBCD als POP), viele andere sind kaum reguliert. Mineralische Alternativen wie ATH oder MDH gelten als deutlich unproblematischer.

Formaldehyd
Formaldehyd
Formaldehyd ist ein farbloses, stechend riechendes Gas, das vor allem in Bindemitteln von Span- und OSB-Platten, in Klebstoffen, Farben und Lacken steckt. Es gast über lange Zeit aus und wird durch Wärme und Feuchtigkeit verstärkt freigesetzt. Es reizt Augen und Atemwege und ist seit 2004 als krebserregend für den Menschen eingestuft. Für Innenräume sind nur noch Produkte der Emissionsklasse E1 zulässig. Diese Klasse ist ein Mindeststandard, kein Freibrief für Unbedenklichkeit.

Glykolverbindungen
Glykolverbindungen
Glykole gehören zu den Alkoholen und werden in wasserbasierten Farben, Lacken und Lösungsmitteln eingesetzt. Weil sie schwer flüchtig sind, zählen sie zu den SVOC und belasten die Raumluft über einen langen Zeitraum. Einige wirken reproduktions- oder nervenschädigend, EGME gilt als besonders besorgniserregend (SVHC). Sie riechen kaum, was über die tatsächliche Belastung hinwegtäuscht. Ein Produkt ohne Geruch ist bei Glykolen kein Beleg für Unbedenklichkeit.

Halogenkohlenwasserstoffe
Halogenkohlenwasserstoffe (HKW)
HKW sind organische Verbindungen, bei denen Wasserstoff durch Fluor, Chlor, Brom oder Jod ersetzt ist, dazu gehört auch FCKW. Sie stecken in Isoliermaterialien, Lösungsmitteln, PVC, Klebstoffen und Flammschutzmitteln. Viele sind langlebig, reichern sich im Gewebe an und wirken lebertoxisch oder krebserregend, zudem schädigen sie Umwelt und Ozonschicht. FCKW wurde mit dem Montreal-Protokoll 1987 weltweit verboten, weitere Stoffe über die Stockholm-Konvention. In alten Baumaterialien können sie trotzdem noch vorhanden sein.

Holzschutzmittel
Holzschutzmittel
Holzschutzmittel schützen Bauholz vor Pilzen und Insekten und wurden früher intensiv auf Dachstühlen, Fachwerk und Holzverkleidungen eingesetzt. Viele enthielten hochgiftige Wirkstoffe wie Lindan, PCP oder DDT. Diese können über Jahrzehnte ausgasen und Nervensystem, Leber und Hormonsystem belasten, einige gelten als krebserregend. PCP ist in Deutschland seit 1989 verboten, Lindan EU-weit seit 2007/2008, DDT in der BRD schon seit 1972. In Innenräumen sollten Holzschutzmittel grundsätzlich nicht eingesetzt werden.

Isocyanate
Isocyanate
Isocyanate sind hochreaktive Verbindungen zur Herstellung von Polyurethan, das in Schäumen, Dämmstoffen, Lacken und Klebstoffen steckt. Sie reizen stark die Atemwege und können schon bei einmaligem, ungeschütztem Kontakt zu berufsbedingtem Asthma und dauerhafter Sensibilisierung führen. Danach lösen bereits kleinste Mengen Reaktionen aus. In ausgehärteten Produkten sind sie kaum noch relevant, kritisch wird es bei frischer Verarbeitung, beim Schleifen und im Brandfall. Bei Arbeiten mit PU-Schäumen ist Atemschutz Pflicht.

Kohlendioxid
Kohlendioxid
Kohlendioxid ist ein farb- und geruchloses Gas, das wir ausatmen und das kein klassischer Schadstoff aus Baustoffen ist. In Innenräumen dient es vor allem als Indikator für die Lüftungsqualität. Erhöhte Werte führen zu Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche, sehr hohe Konzentrationen sind gefährlich. Als Richtwert gelten 1000 ppm, ein ungelüftetes Schlafzimmer erreicht morgens oft das Doppelte. Abhilfe schafft nur regelmäßiges Lüften, gerade in dicht sanierten Gebäuden.

Konservierungsstoffe
Konservierungsstoffe
Konservierungsstoffe werden wasserbasierten Baustoffen wie Farben, Putzen und Dichtmassen zugesetzt, um Bakterien, Pilze und Algen zu hemmen. Man unterscheidet Topfkonservierer, die nach dem Anstrich in die Raumluft ausgasen, und Filmkonservierer, die im Außenbereich ausgewaschen werden. Ihrer Natur nach sind alle toxisch, viele wirken allergen, hormonell oder gewässerschädigend. Seit 2003 dürfen nur noch zugelassene Wirkstoffe verwendet werden. Wer sie meiden will, greift zu trockenen Baustoffen wie frisch angerührten Lehmfarben.

Künstliche Mineralfasern
Künstliche Mineralfasern
KMF sind synthetische Fasern aus Glas oder Stein, vor allem als Glas- und Steinwolle zur Wärme- und Schalldämmung. Ältere Fasern können wegen ihrer Größe ähnlich wie Asbest in die Lunge gelangen und krank machen. Anders als Asbest brechen neuere Fasern aber nicht längs auf und werden überwiegend vom Körper abgebaut. Seit 1998 sind nicht biolösliche KMF verboten, erkennbar am RAL-Gütezeichen. Auch biolösliche Fasern sollten nur mit Schutzmaßnahmen aus- und eingebaut werden.

Lösemittel
Lösemittel
Lösemittel sind flüssige organische Stoffe, die Farben, Lacke, Kleber und Verdünner streichfähig machen, ohne das Produkt chemisch zu verändern. Sie sind die wichtigste Quelle für VOC in Innenräumen und finden sich in nahezu allen Anstrich- und Klebeprodukten. Sie reizen die Atemwege, verursachen Kopfschmerzen und Schwindel, einige aromatische Vertreter wie Benzol sind krebserregend. Über die Decopaint-Richtlinie ist ihr Gehalt in Farben und Lacken begrenzt und muss angegeben werden.

Mikroplastik
Mikroplastik
Mikroplastik sind Kunststoffpartikel kleiner als fünf Millimeter, im Bau entsteht es vor allem durch Abrieb beim Schneiden, Schleifen und Verwittern von Kunststoffbauteilen. Quellen sind unter anderem EPS- und XPS-Dämmung, Kunstharzputze, PVC-Böden und Fugendichtstoffe. Die Forschung zu den Gesundheitsfolgen steht noch am Anfang, diskutiert werden Entzündungen und der Transport anderer Schadstoffe in den Körper. Für Bauprodukte gibt es bislang keine verbindlichen Grenzwerte. Aus Vorsorgegründen gilt: je weniger Kunststoff und Abrieb, desto besser.

PAK
PAK
PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) entstehen bei der unvollständigen Verbrennung organischer Stoffe und stecken vor allem in teerhaltigen Klebern, Dachpappen, Bitumenprodukten und alten Parkettklebstoffen. Sie sind langlebig, reichern sich in Staub und Böden an und einige gelten als eindeutig krebserregend. Aufgenommen werden sie über Haut, Atemluft und Hausstaub. Teerhaltiger Holzschutz ist seit 2002 verboten, weitere Beschränkungen regelt REACH. Besonders bei Gebäuden vor 1990 lohnt sich vor der Sanierung eine gezielte Prüfung.

PCB
PCB
PCB wurden wegen ihrer Stabilität in Dichtstoffen, Fugenmassen, Farben, Lacken, Kondensatoren und als Weichmacher eingesetzt. Sie zählen zu den persistenten organischen Schadstoffen, reichern sich im Körper an und beeinträchtigen Nerven-, Immun- und Hormonsystem, zudem stehen sie im Verdacht, krebserregend zu sein. In Deutschland ist die Herstellung seit 1983 eingestellt und das Inverkehrbringen seit 1989 verboten. Trotzdem finden sie sich noch in vielen Altbauten, vor allem aus der Bauzeit 1955 bis 1980. Sie bilden starke Sekundärkontaminationen und bleiben deshalb lange relevant.

PCP
PCP
PCP ist ein chloriertes Phenol, das als starkes Fungizid und Insektizid vor allem in Holzschutzmitteln, Bautenschutzanstrichen und imprägnierten Textilien eingesetzt wurde. Es schädigt Leber, Nieren, Nerven- und Immunsystem und gilt zusammen mit seinen Abbauprodukten Dioxinen und Furanen als potenziell krebserregend. PCP gast über Jahrzehnte aus und reichert sich in der Umwelt an. In Deutschland ist es seit 1989 verboten, EU-weit ab Anfang der 1990er Jahre beschränkt. Besonders an alten Dachstühlen und Fachwerk lohnt sich eine Prüfung.

Phenol
Phenole
Phenole sind organische Verbindungen und wichtige Rohstoffe für Phenolharze wie Bakelit, die in Pressspanplatten, Dämmstoffen, Klebstoffen und Lacken stecken. Sie sind giftig, reizen und verätzen Haut und Schleimhäute und können Nervensystem, Leber und Nieren schädigen, einige chlorierte Vertreter gelten als krebserregend. Im ausgehärteten Harz ist Phenol fest gebunden und damit deutlich weniger gefährlich als in freier Form. Das bekannteste chlorierte Phenol ist PCP, das ein eigenes Kapitel hat. Einheitliche Innenraumgrenzwerte für die Stoffgruppe gibt es nicht.

Phthalate
Phthalate
Phthalate sind die am häufigsten verwendeten Weichmacher und stecken vor allem in PVC-Böden, Tapeten, Kabelummantelungen, Dichtstoffen und Bodenklebern. Sie sind nicht fest im Material gebunden und gelangen über den Hausstaub in den Körper. Als hormonell wirksame Stoffe können sie die Fortpflanzung stören, besonders gefährdet sind Föten und Kleinkinder. Einige, etwa DEHP, sind in der EU verboten oder stark eingeschränkt, in Spielzeug schon seit 2005. Je weicher ein Kunststoff, desto wahrscheinlicher enthält er Phthalate.

Radioaktivität
Radioaktivität
Mineralische Baustoffe wie Ziegel, Beton, Naturstein und Gips enthalten von Natur aus geringe Mengen radioaktiver Stoffe und geben etwas Strahlung ab. In den meisten Fällen ist die Dosis sehr gering und unbedenklich. Kritisch sind zwei Ausnahmen: radioaktive Schlacken, die als Füllung in Wänden und Böden verbaut wurden, und importierter Naturstein wie Granit mit erhöhten Werten. Zulässig ist eine zusätzliche Belastung von höchstens 1 mSv pro Jahr. Bewertet wird nicht die absolute Strahlung, sondern die Erhöhung gegenüber dem natürlichen Hintergrund.

Radon
Radon
Radon ist ein natürliches radioaktives Edelgas, das beim Zerfall von Uran im Boden entsteht und durch Risse und undichte Stellen ins Gebäude eindringt. Am stärksten betroffen sind Keller und Erdgeschosse, besonders in geologisch belasteten Regionen. Radon reichert sich in geschlossenen Räumen an und ist nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Ein Verbot ist nicht möglich, es gilt aber ein Referenzwert von 300 Bq/m³ nach dem Strahlenschutzgesetz. Bei jeder Sanierung, die die Luftdichtheit verändert, sollte Radon gemessen werden.

Schwermetalle
Schwermetalle
Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Quecksilber, Chrom und Arsen wurden in Farben, Trinkwasserleitungen, Holzschutzmitteln und Pigmenten verwendet. Sie sind nicht abbaubar, reichern sich im Körper an und können Nerven, Nieren und Leber schädigen, mehrere gelten als krebserregend. Aufgenommen werden sie vor allem über Trinkwasser und Nahrung, weniger über die Raumluft. Blei in alten Leitungen, Cadmium in PVC und weitere Anwendungen sind heute verboten oder stark eingeschränkt. Besonders bei Kindern kann Blei die geistige Entwicklung beeinträchtigen.

SVOC
SVOC
SVOC (Schwerflüchtige organische Verbindungen) ist ein Sammelbegriff für Stoffe, die langsamer verdunsten als VOC und sich deshalb an Staub und Oberflächen anlagern statt schnell auszugasen. Dazu gehören Weichmacher, Biozide, Flammschutzmittel, PCB und PAK. Sie werden mit hormonellen Störungen, Atemwegsreizungen, Allergien und Krebs in Verbindung gebracht. Weil sie sich über Jahre ansammeln, lassen sie sich oft noch lange nach Entfernung der Quelle nachweisen. Der Hausstaub ist dabei der wichtigste Langzeitspeicher.

Vinylchlorid
Vinylchlorid
Vinylchlorid ist ein Gas, das fast ausschließlich zur Herstellung von PVC dient und als Restmonomer in geringen Mengen in PVC-Produkten verbleiben kann. Es ist ein gesichertes Humankarzinogen und verursacht vor allem einen seltenen Lebertumor. Moderne PVC-Böden enthalten dank besserer Verfahren nur noch geringste Mengen, hier liegt das eigentliche Risiko eher bei den Weichmachern. Relevant wird Vinylchlorid vor allem in der Nähe von Altlasten und bei Bränden mit PVC. Eine unbedenkliche Konzentration gibt es nicht.

VOC
VOC
VOC sind organische Stoffe, die bei Raumtemperatur leicht verdampfen, dazu zählen Lösemittel, Formaldehyd und Isocyanate. Sie stecken in Farben, Lacken, Klebern, Reinigungsmitteln und frischem Holz. Sie reizen die Atemwege, verursachen Kopfschmerzen und Schwindel, einige gelten als krebserregend. Als Summenwert dient TVOC zur groben Einschätzung der Luftqualität, ein unauffälliger Wert kann einen kritischen Einzelstoff aber verdecken. Nach Renovierungen sind die Werte für einige Wochen erhöht und sinken durch gründliches Lüften.

Weichmacher
Weichmacher
Weichmacher machen Kunststoffe elastisch und stecken vor allem in PVC, das bis zu 70 Prozent davon enthalten kann, außerdem in Farben, Lacken, Klebstoffen und Tapeten. Da sie nicht fest gebunden sind, gelangen sie über den Hausstaub in den Körper. Viele, vor allem Phthalate, wirken hormonell und können die Fortpflanzung stören, besonders bei Kindern. Für viele Ersatzstoffe fehlen bis heute Langzeitstudien. Weichmacherfreie Alternativen wie Linoleum oder PE senken das Risiko schon bei der Produktauswahl.
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