Schadstoffmessung DGNB

Schadstoffmessung DGNB: Warum die Raumluftqualität über Ihre Zertifizierung entscheidet

Eine Gebäudezertifizierung nach DGNB ist kein Selbstläufer. Neben Energieeffizienz, Materialwahl und Lebenszykluskosten verlangt das System einen objektiven Nachweis zur Raumluftqualität. Ohne belastbare Raumluftuntersuchung (Schadstoffmessung DGNB), häufig auch als Freimessung bezeichnet, gibt es kein grünes Licht von der Zertifizierungsstelle, ganz unabhängig davon, wie gut das Gebäude sonst geplant ist.

Genau hier liegt für viele Bauherren und Planer die Schwierigkeit: Wer darf messen, nach welcher Norm und wann im Bauprozess?


Warum die Schadstoffmessung DGNB für die Zertifizierung unverzichtbar ist

Die DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen),bewertet Gebäude ganzheitlich. Ein zentraler Baustein dabei ist die Innenraumluftqualität, weil sie direkt mit der Gesundheit und dem Wohlbefinden der späteren Nutzer zusammenhängt.

Ohne Messung gibt es keinen Nachweis. Und ohne Nachweis keine Punkte im Kriterienkatalog. Schadstoffarme Innenräume zählen deshalb zu den Kriterien, an denen sich eine DGNB-Zertifizierung in der Praxis oft entscheidet.

Welche Schadstoffe werden für die DGNB-Zertifizierung gemessen?

Im Zentrum stehen zwei Stoffgruppen:

VOC (flüchtige organische Verbindungen): Die Probenahme erfolgt über beschichtete TENAX-Röhrchen, ausgewertet im Labor per Gaschromatographie mit Massenspektrometrie. Die Summe aller VOC wird als TVOC ausgewiesen, einschließlich nicht identifizierter Verbindungen, die als Toluol-Äquivalent erfasst werden.

Formaldehyd und höhere Aldehyde: Die Probenahme erfolgt über DNPH-Kartuschen, die Auswertung per Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC).

Beide Verfahren folgen festen Normen, konkret DIN ISO 16000-3 für Formaldehyd und Carbonylverbindungen sowie DIN ISO 16000-6 für VOC. Zur Qualitätssicherung gehört zusätzlich eine Feldblindprobe: Ein unbeladenes TENAX-Röhrchen wird am Messort geöffnet und wieder verschlossen, ohne dass die Pumpe läuft. So lässt sich ausschließen, dass Lagerung oder Transport das Ergebnis verfälschen.

Wann sollte für die DGNB-Zertifizierung gemessen werden?

Der richtige Zeitpunkt ist nach Fertigstellung, kurz vor der Bauabnahme. Zu diesem Zeitpunkt sind alle raumluftrelevanten Bauprodukte verbaut und ausgasende Materialien zeigen ihre tatsächliche Belastung. Wird zu früh gemessen, etwa direkt nach dem Einbau von Bodenbelägen oder frischen Anstrichen, verzerren temporär erhöhte Werte das Bild. Wird zu spät gemessen, fehlt im schlechtesten Fall die Zeit für Nachbesserungen vor dem Zertifizierungstermin.

Wer darf die Schadstoffmessung durchführen?

Nicht jedes Messgerät und nicht jede Person liefert ein Ergebnis, das Auditor:innen und Zertifizierungsstellen akzeptieren. Notwendig ist eine fachlich qualifizierte Probenahme, eine Auswertung im akkreditierten Labor und ein normgerecht erstellter Prüfbericht.

Genau das ist mein Leistungsbereich als baubiologische Messtechnikerin (IBN) für Schadstoffe und Schimmelpilze. Ich übernehme die Raumluftuntersuchung beziehungsweise Freimessung vor Ort, beauftrage die Laboranalyse nach DIN ISO 16000-3 und -6 und erstelle einen Bericht, der direkt in Ihre DGNB-Zertifizierungsunterlagen einfließen kann.

Ihr Vorteil mit Baubiologie Karl

  • Fachlich fundierte Raumluftuntersuchungen und Freimessungen für DGNB-Projekte
  • Normgerechte Probenahme nach DIN ISO 16000-3 und DIN ISO 16000-6
  • Verständliche, klar strukturierte Prüfberichte, die Auditor:innen direkt verwenden können
  • Vor-Ort-Termine in Bayern und im östlichen Baden-Württemberg
  • Persönliche Begleitung von der Terminplanung bis zum fertigen Bericht

Wenn Sie ein Bauprojekt mit DGNB-Zertifizierung planen und eine verlässliche Schadstoffmessung benötigen, melden Sie sich gerne für ein unverbindliches Gespräch. Gemeinsam klären wir, welche Untersuchungen für Ihr Projekt nötig sind und wann der richtige Messzeitpunkt ist. Mein Einsatzgebiet umfasst Bauprojekte in ganz Bayern sowie im östlichen Baden-Württemberg.

Häufige Fragen zu Schadstoffmessungen nach DGNB, BNB & NBBW (FAQ)

Nein. Consumer-Messgeräte liefern allenfalls grobe Richtwerte und werden von keiner Zertifizierungsstelle akzeptiert. Verlangt wird eine aktive Probenahme mit kalibrierter Pumpe und eine Auswertung im akkreditierten Labor, nicht ein Sensorwert auf einem Display.

Dann sind ggf. Nachbesserungen nötig. Bevor Materialien ausgetauscht werden, sollte allerdings der Zeitpunkt der Messungen und die Rahmenbedingungen hinterfragt werden. Deshalb lohnt sich ein realistischer Zeitpuffer zwischen Messung und Zertifizierungsabgabe: Bei einer Überschreitung muss noch Zeit für eine zweite Probenahme bleiben.

Ja, organisatorisch lässt sich der Messtermin oft mit anderen Begehungen vor der Bauabnahme verbinden. Fachlich bleibt die Schadstoffmessung aber ein eigenständiger Nachweis mit eigenem Prüfbericht, der nicht in andere Dokumentationen integriert werden kann.

Das hängt von der Laborauslastung ab, in der Regel sollte mit einigen Werktagen bis wenigen Wochen kalkuliert werden. Bei einem festen Zertifizierungstermin empfiehlt sich daher eine frühzeitige Terminabstimmung statt einer kurzfristigen Buchung.

Dipl. Ing. Ester Karl
Dipl. Ing. Ester Karl

Bauingenieurin, Baubiologin (IBN), baubiologische Messtechnikerin (IBN) für Schimmel und Schadstoffe in Innenräumen

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